Panik

Helle Aufregung herrschte im Haus des Dachwirts! Vierzehn Tage zuvor hatte der Elektriker Sodl aus Dörfles die neue Photovoltaik-Anlage installiert. Nach zwei Wochen strahlendem Sommersonnenscheins, war nun der ganze Tag hindurch mit Wolken durchzogen. Zum ersten Mal war die Hausbatterie um 18:00 Uhr nur zu 94% geladen. Ein GAU (größter anzunehmender Unfall) war für den Dachwirt zu befürchten: Die Batteriekapazität könnte über Nacht nicht reichen. Möglicherweise müßte nach vierzehn Tagen erstmals wieder Strom zugekauft werden!

Das durfte nicht passieren. Rasches Handeln war vonnöten: Am Abend gab es kaltes Essen, der E-Herd wurde beurlaubt. Die elektrische Warmwasseraufbereitung wurde abgeschalten! Das Krisenmanagement zahlte sich aus. Als die Sonne am nächsten Tag ausreichend Energie für den Eigenverbrauch lieferte, hatte die Batterie-noch eine Reserve von 25%.

Für einen Zweipersonenhaushalt verbraucht der Dachwirt viel Strom, richtig viel! Im Sommer läuft rund um die Uhr eine Pumpe für den Pool. Im Winter wird mit einer Luftwärmepumpe geheizt, die ganzjährig das Warmwasser aufbereitet. Zuletzt wurde ein Dieselauto durch ein elektrisch betriebenes Fahrzeug ersetzt.

Aber schon die mittelgroße Photovoltaik-Anlage (9 kWP) des Dachwirts reicht um den Eigenbedarf in den Sommermonaten nahezu vollständig mit selbstproduziertem Strom abdecken zu können. Und ein Auto wird damit auch noch bewegt, ohne Energie kaufen zu müssen.

Um das zu ermöglichen wurden im Hause des Dachwirts lediglich ein paar Abläufe geändert. So wie ein Landwirt nur bei Sonne die Wiese mäht, ist es für Dachwirte auch sinnvoller die Waschmaschine tagsüber einzuschalten.

Die eingangs erwähnten Maßnahmen gegen den Stromkauf-GAU klingen drastischer als sie tatsächlich waren. Der Salat aus dem eigenem Hochbeet ist im Hause des Dachwirts eine häufig genossene Delikatesse und das Aufladen des Warmwasserspeichers läuft ohnedies automatisiert ausschließlich tagsüber.

 

Selbstproduzierte Energie zu verbrauchen ist wie selbst angebautes Gemüse zu essen oder eigenes Holz zu heizen. Es spart Geld und fühlt sich besser an! 

meint derdachwirt, Juli 2021

Foto: Elektro Sodl, 2732 Dörfles